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Friday, July 3, 2020

Mehr als nur Meer - Mannheimer Morgen

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Bären aufspüren, Trüffel suchen und ganz romantisch im Leuchtturm übernachten: Ein Urlaub in Kroatien kann ausgesprochen vielseitig sein. Wir haben sieben Reisetipps zusammengestellt.

Wer Kroatien bereist, darf mehr erwarten als den gewöhnlichen Badeurlaub. Die Natur ist abwechslungsreich, die Massen lassen sich umgehen. Sieben Reisetipps.

Gorski kotar

Die Hochebene von Gorski kotar im Nordwesten Kroatiens ist eines der letzten Wildnis-Gebiete Europas. Hier haben Braunbären, Wölfe und Luchse ihre Ruhe. Damit das so bleibt, wird ein eher sanfter Tourismus ermöglicht. Im Schutzgebiet des Nationalparks Risnjak bleiben Urlauber am besten auf den Wegen. Oder Sie folgen mit dem Mountainbike der Gorski kotar Bike Route.

Etwa 600 Bären streifen in der Bergregion herum, doch es ist unwahrscheinlich, auf einen zu treffen. Fotografen aus der Region kennen gute Verstecke und legen sich auf die Lauer. Wer Bären sehen will, macht einen Abstecher ins südlich gelegene Dorf Kuterevo. Tierfreunde haben dort eine Schutzstation für verwaiste Braunbärenkinder errichtet.

Künstlerdorf Groznjan

Ein Abstecher ins Künstlerdorf Groznjan hat es in sich. Wo sich von 1902 bis 1935 die Schmalspurbahn Parenzana über die grünen Hügel des Hinterlandes zur Küste quälte, schnaufen heute Radfahrer. Denn aus der alten Bahntrasse von Triest nach Porec wurde einer der schönsten Radwege Kroatiens. 78 Kilometer führen quer über die Halbinsel Istrien vorbei an mittelalterlichen Bergdörfern, toskanisch anmutenden Landschaften, rustikalen Konobas – das sind kleine Restaurants – und ehemaligen Bahnhöfen.

Nationalpark Krka

Vom Lager der Apachen auf den See mit der Klosterinsel blicken, bei den Fischgründen der Osagen sitzen und wie Paloma im Film „Old Shatterhand“ beim Wasserfall schwimmen – im Nationalpark Krka wurden einige beliebte Winnetou-Filme gedreht. Wer will, kann im Nationalpark auf den Spuren Karl Mays wandeln oder einfach die Natur für sich sprechen lassen.

Für Dolby-Surround-Sound sorgt das Rauschen der Flüsse Krka und Cikola. Ganz leise ist es beim Aussichtspunkt hoch über dem Wasserfall Roski slap, tosend laut wiederum beim Skradinski buk – der 45 Meter hohe Wasserfall mit 17 Kaskaden ist der Star unter den sieben Fällen des Parks. Am Haupteingang des Parks führt ein zweieinhalb Kilometer langer Rundweg auf Holzstegen bis zur Badestelle, wo im Sommer Baden erlaubt ist.

Trüffelsuche im Mirnatal

Ein Kilo der edlen weißen Wintertrüffel ist ab rund 1000 Euro zu haben. Der Preis hat seine Gründe. Zum einen lässt sich diese Trüffelart nicht züchten, zum anderen wächst sie nur an zwei Orten auf der Welt – im Norden Italiens und in Kroatien. Der kroatische Trüffelsucher Giancarlo Zigante fand mit seiner Hündin Diana 1999 eine 1,31 Kilo schwere Knolle und schaffte damit den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. 2018 folgte ein schwarzer Sommertrüffel mit stattlichen 4,87 Kilo.

Solche herausragenden Exemplare erschnüffeln die Hundenasen häufig rund um Motovun im Mirnatal. Der Wald des Städtchens ist einer der letzten drei mediterranen Auwälder Europas und steht unter Naturschutz. Wer selbst sein Knollenglück versuchen möchte, darf die Trüffeljäger in den Wald begleiten. In den Trüffelmanufakturen können die Fundstücke dann verkostet und gekauft werden.

Promi-Insel Hvar

Im Hafen von Hvar reihen sich Luxusjachten aneinander. Seit der Antike hat die dalmatische Insel eine strategische Bedeutung für die Seefahrer, was Macht und Reichtum brachte. Aber die Insel hat auch eine andere Seite. Etwa zwölf Kilometer von der Altstadt entfernt, liegt oberhalb der Bucht Milna das Bergdorf Malo Grablje.

Lange lebten die Familien dort in den Bergen vom Lavendel- und Weinanbau. Doch im 19. Jahrhundert vernichteten Feuer die Pflanzen und Schädlinge die Reben. Die Existenzgrundlage brach weg. 180 Menschen zogen an die Küste, wo mit Tourismus leichter Geld zu verdienen war. Häuser, Kirche und Olivenölmühle sind verlassen. Treppen führen ins Nichts, Bäume wachsen aus Räumen empor. Ein Ort der Einkehr und Entschleunigung.

Via Adriatica

Wandern mit Ausblicken auf das Meer: Darauf setzt der jüngste kroatische Fernwanderweg Via Adriatica, der von Istrien im Norden entlang der Küste bis ins Touristenzentrum Dubrovnik im Süden führt. Bis jetzt haben erst eine Handvoll Wanderer die gesamte Strecke von 1100 Kilometern beschritten. Wer ihnen folgen möchte, braucht 50 Tage Zeit. Die meisten Wanderer entscheiden sich für einzelne Etappen mit einem ortskundigen Guide. Hütten gibt es unterwegs wenige. Daher empfiehlt es sich, die Verpflegung selbst mitzunehmen oder die Übernachtung in einem nahe liegenden Dorf zu planen.

Eine Nacht im Leuchtturm

Kroatiens Küste misst mehr als 6000 Kilometer. Damit Segler und Fischer zwischen den Felsen und Riffen sicher in den Hafen finden, wurden schon früh zahlreiche Leuchttürme gebaut. Obwohl es mittlerweile moderne Navigationssatelliten gibt, geben die Signale den Seefahrern noch immer Orientierung.

Einige dieser Unterkünfte sind nach wie vor bewohnt, andere wurden zur Ferienwohnung umgebaut – zum Beispiel in Savudrija. Als eines der ältesten und nördlichsten Leuchtfeuer an der Adria, ist dieser Turm nach wie vor in Betrieb. Die Übernachtung dort ist ein romantisches Erlebnis. dpa-tmn




July 04, 2020 at 05:00AM
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