
Das Szenario:
Raubbau am Meeresgrund, Umweltseminare an Land: Nach dem Mord an einem Anwalt der Firma "Marex", die mit Schürfrechten in der Tiefsee handelt, werden Borowski (Axel Milberg) und Kollegin Brandt (Sibel Kekilli) mit einer neuen Dimension der Ausbeutung der Meere konfrontiert. Borowski tritt zum Tauchgang an und lässt sich von Ozeankennern und Ozeanfreunden den wissenschaftlichen Background erklären.
Der Clou:
Dieser erstmals 2014 ausgestrahlte Öko-"Tatort" fährt viel Kompetenz und Prominenz auf, um auf die zunehmenden, dreckigen Geschäfte in der Tiefsee aufmerksam zu machen. Das Kieler GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozean- und Tiefseeforschung lieferte die nötigen Daten, und irgendwann hält auch noch Starautor Frank Schätzing, Verfasser des damals noch relativ frischen Bestsellers "Der Schwarm", einen Vortrag und weist den Kommissar dabei kokett auf die eigene Berühmtheit hin.
Der Dialog:
Borowski befragte eine Kollegin des ermordeten Juristen zu dessen Funktion, dann folgendes Gespräch:
Frau: "Jens verhandelte für uns Schürfrechte in der Tiefsee. Ohne seltene Erden kein Handy, kein Computer."
Kommissar: "Ja, ja, das ist ein Milliardengeschäft."
Das Bild:
Borowski, völlig losgelöst. Der Kommissar wird mit dem Forschungstauchschiff "Jago" ins Meer hinab gelassen. Kinderblick durchs Bullauge, im Gesicht ein Staunen. So treibt der Kommissar durch die Kieler Förde.
Der Song:
"Yellow Submarine" von den Beatles. Der Song wird im Film zwar nicht gespielt, aber erklingt unweigerlich im Ohr des Betrachters, wenn er Borowski im gelben U-Boot durchs Meer tuckern sieht.
Die Bewertung:
Vier von zehn Punkten. Trotz der hinreißend schwerelosen Bullaugen-Einstellung mit Borowski - am Ende doch ein bisschen zu beflissen vorgetragener wissenschaftlicher Ballaststoff.
August 16, 2020 at 08:26PM
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Wunsch-"Tatort": "Borowski und das Meer" im Schnellcheck - DER SPIEGEL
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das Meer
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